Ausstellungen
Acht Objekte – viele Geschichten
«Puppe, Spucknapf und Kanonenkugel – 500 Jahre Ortsgeschichte in acht Objekten»
Aus unserer Sammlung zur Höngger Geschichte haben wir acht Objekte ausgewählt. Sie sind der Ausgangspunkt für eine vielschichtige Reise. Jedes Objekt öffnet ein Themenfeld und erzählt in zehn kurzen Geschichten vom Leben und Arbeiten, von besonderen Ereignissen und alltäglichen Erfahrungen.
Wie wurde Höngg zu dem, was es heute ist? Man stelle sich vor: Erst 1874 wird eine erste schmale Brücke über die Limmat eröffnet. Denn die Stadt Zürich verbietet seit dem Mittelalter den Bau von Brücken. So kontrolliert sie über Jahrhunderte den Flussverkehr und erhebt Zölle. Doch 1798 bricht die alte Ordnung zusammen, das Privileg der Schifferzunft fällt. Die Helvetische Republik wird ausgerufen. Stadt und Land werden rechtlich gleichgestellt, persönliche Freiheiten und die Gewaltentrennung eingeführt. Doch der Aufbruch in die Moderne geschieht nicht friedlich. Zürich und Höngg werden 1799 zum Kriegsschauplatz der europäischen Grossmächte mit zwei Schlachten und tausenden von toten Soldaten.
Die Ausstellung zeigt unter anderem eine französische Kanonenkugel und das Modell einer Höngger Trotte, die durch Beschuss auf vermutete russische Stellungen in der zweiten Schlacht um Zürich zerstört wurde. Anhand solcher Objekte wird gezeigt, wie lokale Ereignisse und Entwicklungen beeinflusst sind von Faktoren auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Warum erlebt Höngg seit 1850 eine stürmische Entwicklung mit einem Anstieg der Bevölkerungszahl von 1'500 auf 25'000 Personen? Warum verliert die Landwirtschaft an Bedeutung und warum entsteht eine Textilindustrie, die sich jedoch nicht halten kann? Trotz der harten Arbeit der zahlreichen Arbeiterinnen aus Höngg und Umgebung, die 1897 streiken und sich in einer der wenigen Frauen-Gewerkschaften organisieren.
Vergiss verstaubte Vitrinen: Das Ortsmuseum zeigt seine Highlights lebendig und konkret im historischen Rebbauhaus «zum Chranz» aus dem Jahr 1506, das von der Stadt Zürich als Eigentümerin renoviert worden ist. Es entstand ein Ort, der die Substanz des Gebäudes mit einer modularen Form der Vermittlung verbindet. Schülerinnen und Schüler entwickeln die Ausstellung laufend weiter und ergänzen sie mit vertiefenden Fragestellungen, weitergehenden Inhalten und interaktiven Elementen. Vorgesehen sind auch Oral History-Interviews mit Bezug zu den ausgestellten Objekten und damaligen Lebensrealitäten: Was war gleich? Was war anders? Weshalb?
Wir danken für Ihren Besuch und wünschen beim Rundgang viel Spass.